Was die Forschung über Kreativität sagt

Kreativität ist eine Form aktiver Lebensgestaltung. Die Lernforschung unterscheidet zwischen trägem und intelligentem Wissen: Träges Wissen meint passives Wissen, die Belehrung durch Fakten. Intelligentes Wissen bedeutet aktive Auseinandersetzung mit sich und anderen: Es geht darum, die Welt mit eigenen Mitteln und Ausdrucksweisen zu gestalten. SchuleKreativ schafft Freiraum für selbst regulierte Bildungsprozesse und unterstützt Kinder und Jugendliche dabei, ihr Selbstbewusstsein zu stärken, den eigenen Platz in der Welt zu suchen und zu finden und mit der individuellen Ausdrucksweise Spuren zu hinterlassen.

Kreativität fördert kognitive Lernleistungen und motiviert. Denn gestalterische Prozesse aktivieren neben Sensorik und Feinmotorik insbesondere das limbische System im Gehirn, das Emotion und Motivation steuert, an Denk- und Gedächtnisprozessen beteiligt ist und die sinnvolle Reaktion auf Mitmenschen und die Interaktion mit ihnen ermöglicht. Die Kooperation zwischen SchülerInnen und KünstlerInnen öffnet Erfahrungsräume für eine sinnliche Gestaltungsarbeit, die Freude bereitet, die kognitive Leistungsfähigkeit bereichert und zum Lernen motiviert.

Künstlerische Bildung ist kein Luxus: Jede ästhetische Auseinandersetzung, sei es Bildung in Malerei und Tanz, in Musik und Schauspielerei, unterstützt die Bildung in Naturwissenschaft und Sprache, in Logik und analytischem Denken. Denn Kreativität steigert nicht nur Konzentrationsfähigkeit und Aufnahmebereitschaft, fördert nicht nur das räumliche Vorstellungsvermögen, abstraktes Denken und das Gefühl für Sprache - Kreativität hilft auch dabei, Wissen aktiv mit „echtem Leben“ zu verknüpfen und Bezüge zwischen wissenschaftlichen Inhalten und eigenem Erfahrungsraum herzustellen. Neurobiologie und Hirnforschung weisen darauf hin, dass der Rahmen, in dem sich Persönlichkeitsstruktur und soziale Kompetenz entwickeln, mit der Pubertät abgeschlossen ist. Die ästhetische Bildung spielt hierbei eine zentrale Rolle.

Die Gedanken schweifen zu lassen, zeugt übrigens nicht zwingend von Faulheit. Die Kreativitätsforschung weiß inzwischen, dass im sogenannten nicht-fokussierten Denken die assoziativen Hirnareale am aktivsten sind. Kreative Pausen, also Nichtstun und Langeweile, sind konstruktive Zeiten: So bekommt das Gehirn Gelegenheit zur Erholung sowie zum Speichern und kreativen Kombinieren von Informationen. Das bedeutet: Wer sich nicht unter Stress setzen und von überflüssigen Aktivitäten ablenken lässt, sondern stattdessen die kreative Langeweile aushält, schafft Gelegenheit für kreative Denkprozesse.

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